Yoga für dein Nervensystem: 3 entspannende Yogaübungen

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Yoga für dein Nervensystem: 3 entspannende Yogaübungen

Yoga bietet zahlreiche gesundheitliche Vorteile, vor allem wenn es um den gezielten Abbau von Stress geht. Es ist bereits bekannt, dass regelmäßige Yogaübungen dazu beitragen können, den Blutdruck und die Herzfrequenz zu senken, die Muskeln zu entspannen, den Geist zu beruhigen und vor allem unser vegetatives Nervensystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen und zu regulieren. Die Kombination aus körperlichen Übungen, Atemtechniken und Meditation trägt zusammen dazu bei, Stress abzubauen und schenkt uns einen ganzheitlichen Rahmen, um wieder Ruhe zu finden. 

Funktion des Nervensystems: Alles, was du auf einen Blick wissen musst 

Das hochkomplexe Nervensystem im menschlichen Körper steuert lebenserhaltende Grundfunktionen wie z.B. die Atmung, den Blutkreislauf, den Schlafrhythmus, die Verdauung und den Stoffwechsel, aber auch wie wir auf die Umwelt und unsere Emotionen reagieren. Über das Nervensystem und die Sinnesorgane ist der Mensch in der Lage, seine Umgebung wahrzunehmen und entsprechend zu interagieren. 

Um Ausgleich zu schaffen, sind vor allem Bewegung, Yoga, Meditation und regelmäßige Entspannungsübungen ein effektiver Weg, um unser Nervensystem bei der Regulation unterstützen zu können. Besonders für das autonome Nervensystem wird die Yogapraxis spannend, denn hier können wir auf die Wechselwirkung von Sympathikus und Parasympathikus Einfluss nehmen. 

Das Nervensystem ist in verschiedenen Bereichen aufgebaut: 

• zentrales Nervensystem 
• peripheres Nervensystem 

Das zentrale Nervensystem (ZNS) besteht aus dem Gehirn und dem Rückenmark und unterstützt uns beim Fühlen, Denken und Erinnern, während das periphere Nervensystem (PNS) alle anderen Nervenfasern im Körper umfasst, welche das Hirn und Rückenmark mit Informationen aus der Umwelt und dem Körper versorgen. 

Eine Teilkomponente des PNS ist das autonome (vegetative) Nervensystem, das unwillkürlich unsere inneren Organe steuert und Dinge wie Herzfrequenz, Blutfluss, Atmung und Verdauung reguliert. Das autonome Nervensystem selbst hat zwei eigene Abteilungen, die in einem Wechselspiel von Anspannung und Entspannung zusammenarbeiten. 

  • Sympathikus: 

Der Sympathikus ist zuständig für die Aktivierung des Organismus, wenn wir uns in Gefahr befinden oder eine stressige Situation bewältigen müssen (Fight or Flight). Dabei werden dem Körper Nährstoffe und Sauerstoff schneller zur Verfügung gestellt und Ressourcen verbraucht, damit wir die Gefahren- oder Stresssituation bestmöglich bewältigen. Dies kann sich z. B. über eine erhöhte Herzfrequenz äußern, die Atmung wird flacher und beschleunigt sich und die Muskeln spannen sich an etc. 

  • Parasympathikus:

Der Parasympathikus sorgt hingegen für Entspannung und Erholung, aber vor allem Ressourcenaufbau und Regeneration nach einer Aktivierung des Sympathikus, d.h, die Körperfunktionen werden wieder heruntergefahren und der Körper kann sich vom erlebten Stress erholen. Viele wichtige Funktionen des Körpers (Entgiftung, Zellerneuerung, Verdauung u.a.) sind nur in einem Ruhemodus möglich. 

Für die allgemeine Gesundheit und das mentale Wohlbefinden ist es sehr wichtig, dass sich diese beiden Gegenspieler im Gleichgewicht befinden und das Zusammenspiel zwischen Leistungsbereitschaft und Erholung in Balance ist. 

So kannst du dein Nervensystem mit Yoga beruhigen 

Stress oder eine phasenweise erhöhte Leistungsbereitschaft ist nicht schlecht oder sollte vermieden werden, denn wir benötigen aktive Phasen, um uns durch unseren Alltag zu bewegen und Dinge umzusetzen. Diese Übungen aus dem Yoga kannst du ganz leicht in den Alltag integrieren: 

Achtsame Bewegungen und Yoga

Egal ob klassisches Hatha-Yoga oder sanfte Yin-Yoga Einheiten: Bewegung in jeglicher Form hilft dem Nervensystem dabei, bestimmte Regulationsfunktionen zu aktivieren und angesammelten Stress im Körper loszulassen.

Nicht immer bleibt jedoch Zeit für eine ganze Yoga-Einheit. Schon eine kleine Sequenz aus drei gezielt ausgewählten Übungen kann wohltuend sein. Sie bringt Bewegung in die Wirbelsäule und dehnt sowohl die Vorder- als auch die Rückseite des Körpers. Dadurch werden unterschiedliche Muskel- und Faszienbereiche angesprochen, Spannungen können sich lösen und der gesamte Körper darf wieder weicher und beweglicher werden.

  • Bewegte Katze-Kuh: Diese einfache, fließende Übung bringt sanft Bewegung in den Körper, mobilisiert die Wirbelsäule und kann dabei helfen, Verspannungen im Rücken zu lösen.
  • Der unterstützte Fisch mit einem Yoga-Bolster: Die sanfte Rückbeuge öffnet die Körpervorderseite und den Brustkorb. Dadurch entsteht mehr Raum für eine freie Atmung, während Schulter- und Nackenbereich entspannen können.
  • Sanfte Vorbeugen: Ob im Sitzen oder Stehen, sanfte Vorbeugen dehnen die gesamte Körperrückseite und das Fasziengewebe. Sie können dabei unterstützen, Spannungen loszulassen und den Körper zur Ruhe kommen zu lassen.

Die Yoga-Vollatmung – Anleitung

Bei der yogischen Vollatmung verbindest du Bauch, Brustkorb und oberen Brustraum zu einer fließenden Atembewegung. Bewusstes, ruhiges Atmen, besonders eine entspannte, längere Ausatmung, unterstützt den Parasympathikus und signalisiert dem Körper, in den Ruhe- und Erholungsmodus zu wechseln. So können Anspannung und Stress nachlassen.

Du kannst die Vollatmung vor oder nach deiner Yoga-Praxis sowie zwischendurch in stressigen Momenten anwenden.

  1. Bauchatmung: Atme tief in den Bauchraum ein. Spüre, wie sich die Bauchdecke hebt und beim Ausatmen wieder senkt.
  2. Brustatmung: Lenke den Atem in den Brustkorb und spüre, wie sich die Rippen mit der Einatmung weiten und beim Ausatmen wieder zusammenziehen.
  3. Oberer Brustraum: Lass den Atem nun vom Bauch über den Brustkorb bis unter die Schlüsselbeine fließen. Die Schultern bleiben dabei entspannt.
  4. Ausatmen: Atme langsam in umgekehrter Reihenfolge aus, vom oberen Brustraum über den Brustkorb bis zum Bauch.
Verbinde anschließend alle drei Bereiche: Atme in einer fließenden Bewegung vom Bauch über den Brustkorb bis nach oben ein und in umgekehrter Reihenfolge wieder aus. Die Atembewegung fühlt sich dabei wie eine sanfte Welle an. Wiederhole dies 3–5 Mal.

Wenn dich das Thema Atmung näher interessiert und du darüber mehr erfahren möchtest, dann klicke gerne auf das Video. Mit Christine Schmid erfährst du mehr über dein Nervensystem und lernst drei einfache Techniken kennen, die dich in stressigen Momenten dabei unterstützen können, wieder zur Ruhe zu kommen.

 

Yoga als Anker im Alltag: Entschleunigung für dein Nervensystem

Im Yoga geht es vor allem darum, unseren umherwandernden Geist zu beruhigen und uns darin zu üben, mit mehr Bewusstheit und Achtsamkeit durch das Leben zu gehen. Beobachte dich in deinem Alltag, welche Situationen dich emotional und körperlich stressen oder ob du unbewusst Anspannungen im Körper festhältst, oft die Kiefermuskeln zusammenpresst oder deinen Atem eher flach ist. Räume dir im Tagesverlauf immer wieder kurze Momente ein um mit dir einzuchecken und zu beobachten wie es dir geht. 

Hierfür können Praktiken wie Yoga-Nidra, Meditationen oder Klang-Yoga wertvolle Helfer sein, um mehr Körperbewusstheit, Entspannung und mentale Klarheit zu fördern. Vor allem aber sorgen diese Praktiken dafür, dass du von innen heraus wieder zur Ruhe kommst und dein Nervensystem bei der Stress-Regulation unterstützt. 

Wenn wir lernen, mit mehr Präsenz im Moment zu sein, sei es auf der Matte oder im Alltag, entsteht ein Gefühl von innerer Stabilität, das uns auch in herausfordernden Zeiten trägt. Yoga wird so zu einem kraftvollen Werkzeug, um unsere Resilienz zu stärken, Stress abzubauen und langfristig ein ruhigeres, bewussteres Leben zu führen.

Schreibe uns gerne in die Kommentare, was dir am Besten hilft Stress abzubauen und zur Ruhe zu kommen! 

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