Ayurveda im Sommer: So bringst du dein Pitta-Dosha in Balance

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Ayurveda im Sommer: So bringst du dein Pitta-Dosha in Balance

Wenn die Temperaturen steigen, fühlen sich viele Menschen gereizter, hitziger oder schneller erschöpft. Aus Sicht des Ayurveda ist das kein Zufall: Der Sommer wird dem Pitta-Dosha zugeordnet. Pitta setzt sich aus den Elementen Feuer und Wasser zusammen und steht für Stoffwechsel, Verdauung, Leistungsfähigkeit und geistige Klarheit. Gerät diese Energie durch Hitze, Stress oder die falsche Ernährung aus dem Gleichgewicht, kann sich das sowohl körperlich als auch emotional bemerkbar machen.
Mit einer pitta-ausgleichenden Ernährung, kühlenden Routinen und einer sanften Yoga-Praxis lässt sich die Sommerzeit jedoch entspannt und voller Energie genießen.

Warum steigt Pitta im Sommer an?

Im Ayurveda gilt das Prinzip „Gleiches verstärkt Gleiches“. Da Pitta von Natur aus heiß, intensiv und transformierend wirkt, kann die sommerliche Wärme diese Eigenschaften zusätzlich verstärken. Die Folge ist häufig ein sogenanntes Pitta-Ungleichgewicht.
Typische Anzeichen dafür sind Hautunreinheiten, Ausschläge oder Rötungen, ein verstärktes Schwitzen, Sodbrennen, Verdauungsbeschwerden sowie eine erhöhte Reizbarkeit. Auch Ungeduld, Frustration oder Schlafstörungen können Hinweise darauf sein, dass zu viel Hitze im System vorhanden ist. Besonders Menschen mit einer ausgeprägten Pitta-Konstitution reagieren oft sensibel auf hohe Temperaturen. Doch auch Vata- und Kapha-Typen können während der Sommermonate vorübergehend mehr Pitta entwickeln.

Eigenschaften des Pitta-Dosha im Ayurveda

Eine der wichtigsten Elemente im Ayurveda ist das Konzept der Doshas, die grundlegenden Energien, die in jedem Menschen wirken. Die Doshas sind dynamische Kräfte und stehen für die Grundeigenschaften der Natur. Jeder Mensch komm auch mit seiner persönlichen Dosha-Verteilung auf die Welt, die sich im Laufe des Lebens und unter bestimmten Einflüssen und Lebenssituationen verändern kann.

Das Pitta-Dosha ist eine der drei grundlegenden Energien im Ayurveda, neben Vata und Kapha. Pitta setzt sich aus den Elementen Feuer und Wasser zusammen und ist verantwortlich für den Stoffwechsel, die Verdauung und verschiedene Umwandlungsprozesse im Körper.

  • Heiß: Pitta dominiert in der Hitze und kann Körper und Geist überhitzen.
  • Scharf: Pitta hat eine scharfe Natur, was sich in scharfem Hunger, scharfen Gedanken und scharfen Emotionen wie Wut äußern kann.
  • Ölig: Pitta ist ölig, was eine Tendenz zu fettiger Haut und Haaren sowie zu Entzündungen fördert
  • Leicht: Diese Dosha ist leicht und durchdringend, was zu einer starken Konzentration und Durchsetzungsvermögen führt.
  • Säuerlich: Pitta hat eine saure Qualität, die sich in einem starken Appetit und einer schnellen Verdauung zeigt.

Symptome eines ausgeprägten Pitta-Dosha:

  • Hautprobleme wie Akne, Ausschläge und Entzündungen.
  • Sodbrennen und Magenbeschwerden.
  • Reizbarkeit und Wutausbrüche.
  • Übermäßiges Schwitzen und Körpergeruch.
  • Schlafstörungen und Unruhe

Durch das Verständnis dieser Eigenschaften und Symptome kannst du erkennen, wie sich ein Ungleichgewicht in der Pitta-Dosha manifestieren kann, besonders während der Sommermonate, wenn die äußeren Temperaturen steigen und das innere Feuer angefacht wird. Diese Periode kann verschiedene Herausforderungen mit sich bringen, die das Gleichgewicht des Körpers und Geistes stören können.

Pitta reduzieren - die richtige Ernährung und Routinen im Alltag

Im Sommer profitieren Körper und Geist von frischen, wasserreichen und leicht verdaulichen Lebensmitteln. Besonders günstig wirken Gurken, Zucchini, Salate, Melonen, süße reife Früchte, frische Kräuter sowie grünes Blattgemüse. Ayurveda empfiehlt in der Pitta-Zeit vor allem die Geschmacksrichtungen süß, bitter und herb (adstringierend), da sie überschüssige Hitze ausgleichen können.

Besonders empfehlenswert sind:

  • Gurken, Zucchini und frische Salate
  • süße, reife Früchte wie Melonen, Birnen oder Trauben
  • grünes Blattgemüse und frische Kräuter
  • kühlende Gewürze wie Koriander oder Fenchel

Ebenso wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Trinke über den Tag verteilt stilles Wasser oder verfeinere es mit frischer Minze. Auch Kräutertees können dabei helfen, die Sommerhitze auszugleichen und das innere Gleichgewicht zu fördern.

Wohltuende Begleiter für die warme Jahreszeit sind:

  • Minztee
  • Fencheltee
  • Koriandertee
  • Tee aus Rosenblüten oder Zitronenmelisse

Eiskalte Getränke solltest du hingegen möglichst vermeiden, da sie die Verdauung belasten können.

Neben der Ernährung können auch kleine Ayurveda-Rituale dabei helfen, Pitta zu beruhigen. Ätherische Öle wie Rose, Lavendel oder Pfefferminze schenken Erfrischung und Entspannung. Besonders wohltuend ist eine sanfte Selbstmassage mit Mandel-, Jojoba- oder Kokosöl.

Für ein beruhigendes Massageöl mische 3 Tropfen Lavendelöl und 3 Tropfen Zypressenöl mit einem Esslöffel Basisöl. Die sanfte Massage entspannt Körper und Geist und kann nach einem heißen Sommertag für neue Leichtigkeit sorgen.

Ayurveda-Tipp für heiße Tage: Rosenwasser gilt als natürlicher Pitta-Ausgleich. Ein feiner Sprühnebel auf Gesicht und Dekolleté oder einige Tropfen Rosenwasser im lauwarmen Fußbad schenken Erfrischung und helfen dabei, Körper und Geist sanft zu kühlen. Besonders wohltuend ist dieses kleine Ritual am Abend, wenn die Hitze des Tages langsam nachlässt.

Yoga im Sommer: Welche Übungen beruhigen Pitta?

Während im Winter oft dynamische und wärmende Yoga-Stile guttun, darf die Praxis im Sommer deutlich sanfter werden. Langsame Bewegungen, bewusstes Atmen und ausreichend Entspannung helfen dabei, überschüssige Hitze abzubauen.

  • Unterstützter Schulterstand mit Meditationskissen: das Hochlagern der Beine im unterstützen Schulterstand hilft nicht nur bei schweren oder geschwollenen Beinen, sondern entspannt zusätzlich das Becken, den Rücken und sorgt für Entspannung nach einem heißen und stressigen Tag. 

  • Erdende Vorwärtsbeugen: Uttanasana (Stehende Vorwärtsbeuge), Paschimottanasana (Sitzende Vorwärtsbeuge) oder auch die Stellung des Kindes schenken Ruhe für Körper und Geist.

  • Drehungen: Ardha Matsyendrasana (Drehsitz) und Supta Matsyendrasana (Liegender Drehsitz) unterstützen die Verdauung und helfen, Hitze aus dem Körper zu leiten.
  • Rückbeugen: sanfte Rückbeugen wie der liegende Fisch in unterstützer Haltung mit einem Yoga-Bolster öffnen sanft den Brustkorb und die Atemräume. Diese Yoga-Asana vermittelt ein Gefühl von Weite und Ruhe. 

  • Übe früh am Morgen: Laut Ayurveda und Yoga ist der frühe Morgen im Sommer die beste Zeit zum Yoga üben, da es am Morgen noch kühler ist und die Sonne ihre Wärme und Aktivität noch nicht ganz entfacht hat. 
  • Sanfte Flows und Yin-Yoga: Praktiziere sanfte, langsame Yoga-Flows wie die Mondgruß-Sequenz (Chandra Namaskar) oder Yin-Yoga, um das Pitta-Dosha zu beruhigen. Die Yoga-Praxis darf im Sommer ruhiger und langsamer werden. Deine Yoga-Einheit kannst du abschließend mit einem kühlenden Pranayama oder einer geführten Meditation beenden.

Kühlende Atemübungen: 

  • Nadi Shodhana - die Wechselatmung Diese Atemübung hilft, das Nervensystem zu beruhigen, das innere Gleichgewicht wiederherzustellen und die eigene Mitte wiederzufinden.
  • Bhramari Pranayama die Bienenatmung: Erzeugt ein summendes Geräusch beim Ausatmen und wirkt beruhigend auf den Geist und das Nervensystem. 

Häufige Fragen zu Ayurveda im Sommer

Welches Dosha dominiert im Sommer?

Im Ayurveda wird der Sommer dem Pitta-Dosha zugeordnet. Durch die äußere Hitze können die feurigen Eigenschaften von Pitta verstärkt werden.

Welche Lebensmittel reduzieren Pitta?

Besonders geeignet sind Gurken, Melonen, Blattgemüse, frische Kräuter, süße reife Früchte, Kokosprodukte und bittere Salate.

Welche Getränke sind bei Pitta empfehlenswert?

Lauwarmes oder angenehm kühles Wasser sowie Kräutertees mit Minze, Fenchel oder Koriander gelten als besonders wohltuend.

Welcher Yoga-Stil eignet sich im Sommer?

Sanfte Yoga-Formen wie Yin Yoga, ruhige Hatha-Yoga-Sequenzen oder der Mondgruß helfen dabei, Pitta auszugleichen und den Körper nicht zusätzlich zu erhitzen.

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1 Kommentar

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Andrea

vor 26 Tagen

Super Artikel.
Vielen Dank!