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Meditation
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| Meditation
Meditieren bedeutet nicht zwangsläufig, still auf einem Meditationskissen zu sitzen. Bei einer Gehmeditation wird das Gehen selbst zur Achtsamkeitspraxis: Du richtest deine Aufmerksamkeit bewusst auf deine Schritte, deinen Körper, deinen Atem und deine Umgebung.
Das macht die Meditation im Gehen besonders alltagstauglich. Sie eignet sich für erfahrene Meditierende ebenso wie für Anfänger, denen es zunächst schwerfällt, über einen längeren Zeitraum ruhig zu sitzen.
Gehmeditation kann als eigenständige Meditation praktiziert werden oder eine Sitzmeditation ergänzen, beispielsweise davor, um bewusst im Körper anzukommen, oder zwischen längeren Sitzphasen.
Die Gehmeditation, auch Walking Meditation oder achtsames Gehen genannt, verbindet die natürliche Bewegung des Gehens mit bewusster Aufmerksamkeit. Statt automatisch von A nach B zu laufen, nimmst du jeden Schritt möglichst präsent wahr.
Gehmeditation hat eine lange Tradition im Buddhismus. Je nach buddhistischer Schule gibt es unterschiedliche Formen. Im Zen ist beispielsweise die als Kinhin bezeichnete Gehmeditation verbreitet, die häufig zwischen Phasen der Sitzmeditation praktiziert wird.
Das Grundprinzip ist jedoch einfach: Du gehst und weißt, dass du gehst.
Entscheidend ist das Gehen, nicht das Ankommen, denn Geh-Meditation ist kein Mittel, es ist das Ziel selbst. - Thich Nhat Hanh
Dabei kannst du wahrnehmen, wie sich deine Füße vom Boden lösen und wieder aufsetzen, wie sich dein Gewicht verlagert, wie sich deine Beine bewegen und wie dein Atem durch deinen Körper fließt.
Der buddhistische Lehrer Thich Nhat Hanh machte die Gehmeditation auch im Westen bekannt. In seiner Praxis steht weniger das Erreichen eines Ziels als vielmehr das bewusste Erleben jedes einzelnen Schrittes im Mittelpunkt.
Gehmeditation bedeutet mehr als einen gewöhnlichen Spaziergang zu machen. Du trainierst dabei, die Bewegungen deines Körpers und deine Sinneseindrücke möglichst bewusst wahrzunehmen. Für den Anfang reichen bereits 5 bis 10 Minuten
1. Suche dir einen geeigneten Ort
Wähle einen Ort, an dem du für einige Minuten möglichst ungestört gehen kannst. Das kann ein ruhiger Weg im Park, der Wald, der Garten oder auch ein größerer Raum sein.
Für eine konzentrierte Übung eignet sich beispielsweise eine kurze Strecke, die du langsam hin- und zurückgehst. Im Sommer kannst du deine Geh-Meditation auch Barfuß machen und über weiches Gras laufen oder den kühlen Waldboden.
2. Komme zunächst im Stehen an
Bevor du losgehst, bleibe für einige Atemzüge stehen. Spüre deine Füße auf dem Boden. Nimm wahr, wie sich dein Körper aufrichtet und wie sich dein Gewicht verteilt.
Du musst nichts verändern, sondern kannst die Empfindungen in deinem Körper einfach wahrnehmen.
3. Beginne bewusst zu gehen
Setze dich langsam in Bewegung. Dein Tempo darf angenehm und natürlich sein. Richte deine Aufmerksamkeit zunächst vollständig auf deine Füße:
4. Nimm deinen ganzen Körper wahr
Erweitere deine Aufmerksamkeit nach einigen Schritten. Wie bewegen sich deine Beine? Was machen deine Arme? Wie fühlt sich dein Rücken an? Kannst du deinen Atem wahrnehmen, ohne ihn bewusst zu verändern? Fließt dein Atem frei durch deinen Körper oder stockt er irgendwo?
Versuche nicht, besonders „meditativ“ zu gehen. Es geht darum, die Bewegung wahrzunehmen, die ohnehin geschieht.

5. Öffne deine Sinne für die Umgebung
Nun kannst du deine Aufmerksamkeit nach außen erweitern. Welche Geräusche hörst du? Welche Gerüche nimmst du wahr? Welche Farben, Formen, Lichtverhältnisse oder Bewegungen siehst du?
Versuche, deine Eindrücke nicht sofort als angenehm oder unangenehm einzuordnen. Nimm sie zunächst einfach wahr.
6. Kehre bei Ablenkung zum nächsten Schritt zurück
Gedanken werden auftauchen – das gehört zur Meditation.
Sobald du bemerkst, dass deine Aufmerksamkeit abgeschweift ist, richte sie freundlich wieder auf deine Füße und den Kontakt mit dem Boden.
Der nächste Schritt ist immer eine neue Gelegenheit, in den gegenwärtigen Moment zurückzukehren.
7. Beende die Gehmeditation bewusst
Werde zum Ende hin wieder langsamer und bleibe schließlich stehen.
Spüre für einige Atemzüge nach:
Wie fühlt sich dein Körper jetzt an? Hat sich deine Wahrnehmung verändert? Wie fühlt sich der Boden unter deinen Füßen an?
Erst danach setzt du deinen Weg oder deinen Alltag fort.
Die Geh-Meditation ist eine Praxis, die körperliche Bewegung und Achtsamkeit vereint, was sie besonders vorteilhaft macht. Einer der Hauptvorteile ist die Zugänglichkeit: Sie kann überall und jederzeit praktiziert werden, was sie ideal für Menschen macht, die Schwierigkeiten haben, still zu sitzen. Durch die Konzentration auf den Bewegungsablauf – wie das Heben und Senken der Füße – fördert sie die Präsenz im gegenwärtigen Moment, was die Achtsamkeit im Alltag verstärkt. Diese Art der Meditation hilft auch, eine tiefere Verbindung zum eigenen Körper zu entwickeln, was zu einem besseren Selbstbewusstsein führt. Die physische Aktivität kann zudem Stress reduzieren und die Stimmung verbessern, indem sie Endorphine freisetzt. Die Geh-Meditation ermutigt dazu, die Umgebung bewusster wahrzunehmen, was die Wertschätzung für den Augenblick und die Umwelt erhöht. Durch die regelmäßige Praxis wird die Fähigkeit gestärkt, Achtsamkeit in tägliche Aktivitäten zu integrieren, was zu einem ruhigeren und fokussierteren Geist im Alltag führt.
Die Praxis der Geh-Meditation kann wunderbar mit dem Waldbaden verbunden werden. Shinrin Yoku stammt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie
„Baden in der Waldluft“. Mit dieser naturbezogenen Praxis entdeckst du die Heilkraft des Waldes durch ein meditatives und achtsames Verweilen im Wald.
Probiere die Geh-Meditation im Wald aus und schenke dir Augenblicke des Ankommens und der inneren Balance.

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2 Kommentare
G
Gerhard
vor 2 Tagen
Eine so möchte man glauben Einfache Übung, und trotzdem nicht in unseren Alltag integriert. Sehr feiner Beitrag für unsere Sinne
J
Judith Leopold
vor 5 Tagen
….mache es des öfteren, vor allem am Wochenende. Geniese es. Schön mal so einiges darüber zu lesen. Im übrigen möchte ich auch mal DANKE 🙏🏼 sagen für die vielen Inspirationen und Blogs.